Tomatenpflanzen und Spiralstäbe abräumen

Der Zeitpunkt zum Abräumen der Tomaten ist von verschiedenen Aspekten wie

  • dem Wetter

  • der Bodenbeschaffenheit

  • der Pflanzenzustand

  • der Ernte von Tomatenfrüchte zum Nachreifen

  • der eigenen Zeitplanung, Arbeitserleichterung und die Bewahrung von Arbeitsfreude abhängig.

Ein guter Zeitpunkt zum Aufräumen

Im Herbst steht die Zeit zum Tomatenpflanzen abräumen an. Ich kenne das jährliche Bedauern Tomatenpflanzen mit so viel schönen, aber noch unreifen Früchten einfach so zu roden. Aber ich habe mehrfach die Erfahrung gemacht das es besser ist meine Tomatenflächen im Freiland etwas früher abzuräumen. Ein gesunder, stabiler Pflanzenstängel lässt sich an milden, trockenen Herbsttagen viel besser aus dem Boden ziehen als eine matschige Pflanzenmasse nach dem ersten Frost.
Natürlich kann ich im Herbst alles so lassen wie es ist, den Naturgewalten ihren Lauf lassen und im Frühjahr mit frischen Elan die Beete bestellen.

Ich räume meine Felder im Herbst um die Ausbreitung der Braunfäule zu vermeiden, im arbeitsreichen Frühjahr mehr Zeit für die viele Arbeit zu haben, im Winter meiner Ästhetik einen schönen Anblick zu gönnen. Außerdem ist der Boden durch Gründüngung und wild wachsende Kräuter besser vor Errosion und Ausstrocknung geschützt.

Gute Bedingungen der letzen Ernte um Tomatenfrüchte nachreifen lassen

Der richtige Zeitpunkt ist dann wenn die Temperaturen nachts längerer Zeit unter 10°C liegen, die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird sowie die Witterung und der eigene Zeitplanung am besten zusammenpassen.
Bei hoher Luftfeuchte können die Pflanzen nicht mehr abtrocknen und sind anfälliger für Braunfäule. Es ist jetzt viel besser fast ausgewachsene aber noch nicht genießbare Tomatenfrüchte in warmen, trockenen Räumen nachreifen zulassen. So lange eine Tomatenpflanze im gesunden Zustand abgeerntet wird ist die Erfolgsquote der Lagerung und Nachreife ihrer Früchte am erfolgreichsten.

Tomatenpflanzen roden und letzte Sortenbeobachtungen

Zuerst ernte ich alle gesunden, reife, oder noch grüne aber ausgewachsene Früchte zur Nachernte. Diese lege ich zum Nachreifen in flache Kisten. Die abgeerntete Pflanze schneide ich mit der Gartenschere in 30 – 100 cm lange Stücke, entferne ihren Wurzelstrunk und gebe die Pflanzenmasse entweder auf den Kompost oder zur Grünabfuhr.

Letzte Sortenbeobachtungen
Ich arbeite langsam und sehe mir noch einmal die Pflanzen vor dem Abräumen an. Fällt mir jetzt um diese Zeit ein besonders gesundes Pflanzenindividum innerhalb einer Sorte auf sichere ich mir von dieser Pflanze ein paar Tomatenfrüchte zur Samenernte. Die Samen dieses Individuums werden in den nächsten Jahren zum Test angebaut und weiter beobachtet.

Tomatenspiralstäbe aus dem Boden ziehen und lagern

Eine jährliche ungeliebte Arbeit ist für mich das Herrausziehen und Lagern der Tomatenstäbe. Entweder meide ich die Arbeit dank ausreichen Platz ganz oder muss mich mir überlegen wie ich das am einfachsten erledige.
In meinem Tomatenweinberg kann ich durch seine gute Struktur die Stäbe in den Drahtreihen einfach stehen lassen. Bis ein verzinkter Stahlstab durch Wind und Wetter verrostet müssen schon einige Jahre ins Land gehen. Ich nutze einige Stäbe schon seit über 15 Jahren.
Schwieriger ist es wenn die Tomatenbeete aus Platzgründen und im Sinne einer besseren Fruchtfolge aus dem Boden entfernt werden müssen.
Aus festen, trockenen Böden lassen sich die bis zu 50 cm tief versenkten Stäbe nur unter viel Kraftaufwand herausziehen. Oft verbiegen sich dabei die Stäbe. Sie lassen sich dadurch schwieriger sortieren und brauchen zusätzlich mehr Lagerfläche.
Ich ziehe Tomatenstäbe entweder aus feuchten Böden oder lockere den Boden in ihrer Nähe zuvor mit dem Spaten.
Danach sortiere ich ähnliche Stäbe auf einen großen freien Tisch oder auf Regenfässern und bündele diese zehnerweise mit Draht zusammen. Die Stäben lassen sich so viel besser verstauen und verhaken nicht mehr. Ich nutze zum Stäbebündeln den schon im Sommer zum Tomaten anbinden genutzten dünnen, mit Papier ummantelten Draht. Die Stäbe lagere ich vor Regen geschützt entweder unter meinen Arbeitstischen.
Wer will kann die Stäbe vor dem Bündeln mit Spiritus desinfizieren. Sicher trägt das einiges zur Pflanzengesundheit bei. Ich habe es aus Zeitmangel in den letzten Jahren nicht mehr gemacht und es ging auch so.
 

Tipps zum Kauf von Spiralstäben
Nach außen hin sehen alle Spiralstäbe gleich aus. Doch sie unterscheiden sich alleine schon Herstellerbedingt schon enorm in ihrer Größe und der Ausprägung ihrer Windung. Diese Unterschiede machen sich weniger im Garten aber dafür in der Lagerung bemerkbar.
Es lassen sich nur Stäbe mit einer gleichen oder fast gleichen Windung ordentlich zusammen bündeln und platzsparend lagern. Bei 10 -20 Stäben für den Eigenbedarf macht das nicht viel aus aber wenn die Stückzahl 50 überschreitet sieht die Sache anders aus. Leider habe ich anfangs beim Einkauf darauf nicht richtig geachtet.
Ich mag am liebsten etwa 1,90m – 2, 2 m hohe Spiralstäbe. Die Stäbe kommen 30 -50 cm tief in den Boden und so kann die gängige Stabtomate noch über 1,50 m lang gestützt werden. Die günstigsten Angebote der Stäbe gibt es oft erst zum Schluß der Pflanzsaison. Da es sich um ein langlebiges, vielseitig einsetzbares und gut wiederverwertbares Produkt handelt lohnt sich ein größerer Einkauf.
Für 30 Tomatenpflanzen sind für mich etwa 50 Stäbe sinnvoll. Nicht nur der Haupttrieb sondern auch die Seiten- oder potente Geizttriebe wollen gut gestützt sein. Außerdem lassen sich die Stäbe sehr gut für andere Gemüsekulturen, andere Gartenpflanzen oder als stabilisierender Bestandteil von Pflanzengerüsten nutzen.
Wenn Sie der Tomatenvirus packt empfehle ich Ihren schon zu Beginn sich eine große Menge an einheitlichen Spiralstäben zuzulegen.

Abschließende Arbeiten

Nachdem das Beet von Tomatenpflanzen und Stäben geräumt ist jäte ich unerwünschte Wildkräuter. Entweder lasse ich den Boden einfach ruhen oder sähe nach der Bodenlockerung Gründüngung oder Herbstkulturen wie Feldsalat aus. In unserer milden Gegend wachsen selbst im Winter genug Kräuter, die die offene Erde schnell verdecken. Oft ist es bei uns sinnvoll den Boden spätestens nach der Aussaat ausgiebig zu wären.
Sommers wie Winters bevorzuge ich bedeckte Böden. Entweder sind das lebende Pflanzen oder organische Masse wie Herbstlaub. Der Boden wird vor Austrockung, Nährstoffauswaschung Errossion geschützt. Organische Masse fügt zusätzlich dem Boden, dem Bodenleben Nahrung zu und das ist wiederum eine gute Vorraussetzung künftige gute Ernten.