Pflanztische bauen

Tische bauen
Zweck meiner Tische ist es, meine vielen hundert Jungpflanzen in angenehmer Arbeitshöhe zu topfen, zu kultivieren und zu präsentieren. Die Materialien sollen robust, mobil, leicht zu verstauen und mehrfach nutzbar sein. Meine Wahl fiel auf Holz. Wie vieles bei lilatomate waren diese Holztische eher als mehrfach nutzbares Provisorium gedacht.
Pflanzenstellflächen aus Holz sind im Gartenbau normalerweise sehr unüblich.
Professionelle Gärtnereien haben fixe Metalltische und sind oft mit einem Stausystem zur Bewässerung ausgestattet. Mir fehlt dafür der Platz und das Geld. Außerdem nutze ich meine Pflanztische nur in der Jungpflanzensaison für 3 Monate im Jahr. Ein Viertel der Tische bleibt als Materiallager für die abgebauten Tische ganzjährig stehen.
Provisorien oder Prototypen erfüllen oft Jahre oder gar jahrzehntelang zuverlässig ihren Dienst. Mit wenigen schreinerischen Grundkenntnissen, noch weniger Geld, doch viel Zielstrebigkeit hatte ich die Idee von einem stabilen Tisch aus Kanthölzern, Dachlatten, Schaltafeln und Folie. Diese Materialien sind günstig in den Baumärkten oder gar geschenkt zu haben. Nach 10 Jahren nutze ich immer noch zahlreiche Elemente. So ein 1,5m breiter, 2 m langer und 1 m hoher Tisch kann auf seiner Grundfläche 100- 200 kg aushalten. Wenn das Material nach vielen Jahren heftigen Einsatzes fertig ist, kann es verbrannt werden.

Arbeitsschritte beim Tische aufbauen

In 7 Arbeitsschritten zum stabilen Pflanztisch

1. Schenkel bauen
Zuerst baue ich die Schenkel. Je 2 Kanthölzer (5,8x5,8cm Rahmen) verbinde ich mit 2 x 1m langen Dachlatten. Die erste Dachlatte schließe ich oben bündig ab. Die Zweite versetze ich 40 cm tiefer. Zur Sicherheit messe ich nach, das der Abstand am oberen Brett genauso breit ist wie der Untere.
Oft ist ein Vorbohren mit einen 2-3mm dicken Bohrer sinnvoll damit die Dachlatten beim Schrauben eindrehen nicht auseinander brechen. Ich schenke mir oft die Mühe und nehme wenige gespaltene Bretter in Kauf. Vorbohren ist zweifellos besser. Ich brauche keine extra Bohrmaschine. Ein zweiter Akkuschrauber mit entsprechenden Aufsatz für Bohrer tut es.

2. Rahmengestell zusammenschrauben
Wenn ich beide Schenkel fertig habe bereite ich die Dachlatten vor. An den Enden messe ich jeweils 50 cm ab und markiere diese. Ebenso drehe ich die Schrauben zu etwa 1 cm ins Holz.
Danach stelle ich mir die Schenkel im Abstand von 1 m quer auf und schraube die Dachlatte an die Kanthölzer der Schenkel. Das mache ich mit beiden Schenkel.

3. Stabilisierung der Rahmengestells
Ebenso bringe ich auch die etwa 1,2 -1,5 m langen Querverstrebungen zur Stabilität des Tisches an. Das Rahmengestell des Tisches ist fertig.

4. Rahmengestell eben ausrichten
Den Tisch richte ich mit Wasserwage auf dem Gewächshausboden aus. Ich stelle die Rahmen direkt auf die Erde. Besser und Genauer wäre es noch Platten oder breite Bretter drunterzu legen. Doch es geht auch ohne.

5. Schaltafeln als Tischplatten auflegen
Erst wenn das Gestell ausgerichtet ist bringe ich die Schaltafeln an. Bei sägerauhen Holz oder auch meiner nicht so exakten Bauweise kann es marginale Unterschiede geben. Ich schließe vorne und hinten bündig mit den Auflagenbrettern ab. Um Verletzungen vorzubeugen sollte unter den Schaltafeln keine Bretter hervorstehen. Damit ist der Grundtisch fertig.

6. Option: Fallschutz für die Jungpflanzen
An das Hintere Ende des Tisches bringe ich die 2m lange, 10cm breite, 2 cm dicke Latte an und befestige daran zuvor die dünnere nur 4,8cm breite 2m Dachlatte. Wenn die dünnere Latte 1 -2 cm über steht habe ich einen Ausreichend großen Rand und mir fallen keiner Jungpflanzen mehr vom Tisch. Die anderen 3 Seiten lasse ich zweck einfachen Arbeitens offen.

7. Folie auslegen
Von meiner Folie schneide ich mit 1,7 -1,9m lange Stücke ab. Da die Folie mit 2m Breite genauso das 2m Maß meiner Tische hat muss ich nur die Seiten jeweils 10-15 cm an den Rändern umschlagen und fest tackern. Oder ich bin mit dem Material großzügiger und schlage es an allen Seiten der Tischplatte um. Dann nehme ich die 2m Folienbreite für die 1,50m Tischbreite und schlage eben jeweis 25 cm um. Vorne und hinten sind es bei 2,20m langen Schnittstücken jeweils 10 cm. Die Folien verwende ich 2-3 Jahre lang. Nach 4 -5 Jahren Dauereinsatz auf den ganzjährig genutzten Tischen zersetzen sich die Weichmacher der Folie.  Sie zerbröselt in lauter kleine Stücke. Das will ich vermeiden.

 

Tische für den Dauereinsatz

Ein paar Seitentische lasse ich als Materiallager für die anderen Tische stehen. Das ist im unterem Bild gut zu sehen. In die Schenkel ziehe ich noch 1-2 Lagen 0,8 -1m lange Latten. Ein Abstand von 40 cm ist praktisch. Oft bringe ich auch an den Füßen der Schenkel Latten zur Stabilität an.
Da die Schenkel unter dem 2 m langen Tisch nur 1m auseinander stehen kann ich darin die ganzen 2 m Bretter oder Schaltafeln lagern. Der Überstand ist nur jeweils 50 cm kurz.
In der unteren Ebene lagern die Schenkel oder Schaltafeln, weiter oben die leichteren Bretter und Latten.
Seit diesem Jahre bedecke ich meine Tische für den Dauereinsatz mit kostengünstigen dunklen PVC Bodenbelag. Auch diesen tackere ich an die Schaltafeln. Die Oberfläche ist stabiler und sieht optisch etwas besser aus.  Allerdings wellt das Material an heißen Sommertagen, so das ich in Zukunft wohl kein PVC mehr verwenden werde.
Alternativ ginge auch dicke Teichfolie, die noch etwas kostengünstiger wäre. Die wellt nach meiner bisherigen Erfahrung nicht.