Regensommer 2021 3.08.21

Regensommer 2021 zu kalt zu dunkel

Regensommer 2021    3.August 21
Zu kalt, zu dunkel....

Der Himmel ist seit Tagen überwiegend Wolkenverhangen und es regnet mal wieder während ich diese Zeilen in meinem Gewächshaus schreibe.

Den Bäumen und Sträuchern tut dieses Wetter gut. Sie stehen im satten Grün da und wirken sichtlich erholt nach all den trockenen Jahren zuvor.

Selten habe ich bereits um diese Zeit soviel Beikräuter gejätet wie in 2021. Mit Blüten und Früchten ist es dieses Jahr nicht ganz so üppig bestellt.

Schon seit letztem Herbst fehlt es an Licht. Betreiber von Solaranlagen stellen eine massive Reduzierung des Sonnenlichts fest.
Lichtmangel schlägt nicht nur aufs Gemüt sondern lässt auch viele Pflanzen, vor allem südliches Gemüse, nur zögernd gedeihen und vermindert ihre Vitalität. Auberginen, Chili, Gurken, Paprika, Tomaten, Zucchini, keimten und entwickelten sich zögerlich. Während sich die Auberginen, Chili, Paprika, langsam aber stetig entwickeln gedeihen die Gurken und Zucchini prächtig.

Die warmen Sommertage und der erste Regen ließen die Tomaten im Wachstum schnell aufholen und fast schon bilderbuchartig regelmäßige Fruchtstände. Nahezu jeder Blütentrieb setzte wunderbar Früchte an und ließ auf eine sehr üppige Ernte hoffen. Dann setzte Anfang Juli der Dauerregen und damit ein sehr starker Befall an Braunfäule ein. Ich konnte zur Monatsmitte die gesamte Freilandernte samt einiger Pflanzen zur Grünabfuhr bringen. Auch im Gewächshaus sind die Pflanzen zum ersten Mal seit über zehn Jahren Tomatenanbau mit Braunfäule befallen. Es ist längst nicht so schlimm wie im Freiland aber schlimm genug um knapp die Hälfte aller reifenden Früchte zu entsorgen. Hier kann ich nur regelmäßig die Pflanzen durchputzen um den Befall aufzuhalten. Auch meine Topftomaten im Freiland sind stark befallen und viele sind bereits jetzt Grundlage für neuen Kompost.
Da sich im August der Dauerregen wohl fortsetzen wird, kann ich meine Freilandtomatenernte vergessen. Zu spritzen lohnt sich nicht, dass das Präparat immer wieder abgewaschen wird ohne überhaupt wirken zu können.

 

So ärgerlich die ganze Sache ist, alleine schon die ganze Arbeit, so mache ich mir bewusst dass die Tomaten nicht für unser Klima geeignet sind. Die Pflanzen wurden schon vor 6.000 Jahren in Flussoasen mit künstlicher Bewässerung kultiviert. Es wurden mit Ausnahme der letzten Jahrzehnten nie Sorten für regenreichere Gebiete gezüchtet zumal ein Gewächshausanbau in unseren Breiten eine einfachfache, effiziente Kultur und bessere, längere Ernten ermöglicht. In den letzten fünf Jahren waren Freilandtomatenernten üppig und fast schon so selbstverständlich das viele von uns die Braunfäule vernachlässigen konnten.  In guten Tomatenjahren ernte ich viel mehr Saatgut und verarbeite die Früchte zu Soßen als ich verbrauchen kann. Es gilt Vorräte für schlechte Jahre anzulegen.

Die Lücken im Tomatenbeet habe ich mit einem späten Satz von Stangenbohnen, Gurken und Zucchini belegt.  Ich hoffe das ich dennoch einiges aus meinem Gewächshaus ernten kann.

 

Was bleibt in so einem Gartenjahr? Ich nutze die regenreiche Zeit für den Aufbau von hochwertigem Kompost. Dazu schichte ich jeweils 5 -20 cm dicke Lagen von Pflanzenschnitt, mit hochwertigem Pferdemist, oder gebrauchter Erde regelmäßig aufeinander. Auf jede Schicht streue ich abwechselnd puderartig fein gemahlene Aktivkohle oder mit Effektiven Mikroorganismen (EM) angereichtertes Urgesteinsmehl. Ab und zu steige ich auf meine Kompostbeete und verdichte die Lagen. Nach 3 -4 Lagen übergieße ich die Lagen mit organischem Flüssigdüngen. Hier ist es eine Melasselösung, die ebenfalls mit EM angereichert ist. EM wende ich erstmals an und kann dazu noch nicht viel sagen.

Passend zur Nässe breitete sich die Nacktschnecken übermäßig aus. Meine Nachbarn halten erfolgreich Laufenten, die Schnecken in großen Mengen futtern. Mir fehlen bisher noch die Zeit und Möglichkeiten die Tiere sachgerecht zu halten.

Krankheiten und Schädlinge breiten sich immer dann extrem aus, wenn die Pflanzen, aber auch ihr Ökosystem geschwächt sind.  Die trockenen Jahre schränkten das Bodenleben ein, die Folgen von zunehmender Naturzerstörung, Versiegelung machen in den Hausgärten nicht halt. Wir können in unseren Hausgärten noch etwas entgegensteuern, doch wir müssen uns bewusst sein, das die großflächige Naturzertörung negative Auswirkungen hat.