Referenzen

Ob Sternrußtau bei Rosen, Gurkenmosaikvirus bei Tomaten oder Schildläuse auf Zimmerpflanzen: „Meine Patienten sind grün“, lacht Melanie Grabner, als sie auf ihren Pflanzendoktor-Titel angesprochen wird, den sie im Frühjahr 2006 bei der Gartenakademie des Landes Rheinland-Pfalz am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt an der Weinstraße erworben hat.
In regelmäßigen Fort- und Ausbildungsseminaren werden hier ausgebildete Fachleute aus der Gartenbaubranche flächendeckend für Rheinland-Pfalz als Pflanzendoktoren geschult, beraten und über einen kontinuierlichen Faxservice mit aktuellen Trends, Entwicklungen und Produktinformationen aus dem umweltschonenden Gartenbau versorgt, teilt hierzu Werner Ollig mit. Der Böhl-Iggelheimer ist Leiter der Gartenkademie, die für Haus- und Kleingärtner landesweit beratend tätig ist.
Eine wichtige Zusatzausbildung ist der Pflanzendoktor für die gelernte Staudengärtnerin, die vor drei Jahren in Heidelberg ihren Meister gemacht hat und sich in ihrer bereits elfjährigen Berufspraxis mit mehreren Sparten des Gartenbaus wie Baumschule, Gartenpflege, Marktverkauf, Wild- und Zierpflanzenbau ausführlich beschäftigte.
Inzwischen hat sich Grabner mit Gartenpflege und -beratung selbstständig gemacht. Besonders verbunden fühlt sich die Gärtnermeisterin den heimischen Wildstauden und Bäumen, wirkt ehrenamtlich im Arbeitskreis „Historische Obstsorten der Pfalz“ und vor allem im „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“ mit, wo ihr Schwerpunkt auf der Erhaltung alter Tomatensorten liegt, wie auch ihre Homepage www.lilatomate.de zeigt. Auf pfälzer Pflanzenmärkten ist sie mit ihren Gemüse- und Staudenschätzen häufig zu finden. Mit einem eigenen Ausstellungsstand alter Gemüsesorten nimmt sie im Oktober 2006 erstmals an der Gartenschau in Kaiserslautern teil.
Ihr breitgefächertes Wissen stellt die im Kreis lebende Gärtnerin darüberhinaus seit 2003 mit Berichten auf der samstäglichen Gartenratgeberseite den RHEINPFALZ-Lesern und in Vorträgen für die Kreisvolkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises und pfalzweit für Obst- und Gartenbauvereine vor.
Besonders am Herzen liegt der jungen Frau die Gesunderhaltung der Pflanzen und die Wiederherstellung eines natürlichen Gleichgewichts im Garten. Häufig würden Gartenprobleme erst durch Umweltveränderungen (Klimawandel), falsche Pflanzenkombinationen oder ungenaue Kenntnis der von den Pflanzen bevorzugten Standorte verursacht, weiß Grabner. Wie beim Menschen auch seien deshalb pflanzliche Krankheitsbilder auf ein - mitunter schon jahrelang existierendes - Ungleichgewicht zurückzuführen.
So stehe beispielsweise Kirschlorbeer, der normalerweise schattigere Plätze bevorzugt, oft an der Südseite von Hecken in der prallen Sonne, könne auch der Anbau der hocharomatischen 'Deutschen Hauszwetschge' in der immer wärmer werdenden Rheinebene aufgrund des unheilbaren, im Weinbauklima besonders häufig anzutreffenden Scharkavirus eigentlich nicht mehr empfohlen werden,
Ihre Erfahrungen möchte Grabner nun auch gerne an die Leser von Marktplatz regional weitergeben: Wer Schadsymptome oder Schädlinge an seinen Zimmer- oder Freilandpflanzen feststellt, kann eine - möglichst genaue - Beschreibung, am besten auch mit einem Foto versehen, an die Redaktion schicken. Möglich ist auch die Zusendung eines Zweiges oder Astes mit Schädlingsbefall in einer gut verschlossenen Tüte. Regelmäßig sollen dann auftretende Pflanzenschäden als Service für die Marktplatz-Leser vorgestellt werden. (ain)
Bild: Sieht Pflanzen gerne im grünen Bereich: Pflanzendoktorin Melanie Grabner. Foto: ain