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Gemüseanbau ohne Gartenland muss kein Widerspruch sein. Mit der urbanen Gartenbewegung wurde der Gemüseanbau in Erdsäcken, mobilen Hochbeeten Kisten, Töpfen und individuellen Pflanzgefäßen aller Art salonfähig. 

Jedes Jahr baue ich einige niedrig wachsende Tomatensorten im Topf an um die Sorten auf ihre Anbaueignung mit begrenzten Platz zu testen. 
Topfpflanzen brauchen regelmäßiger Wasser und Dünger. Dafür beanspruchen sie weniger Platz und können uns selbst im dicht bebauten Raum viel Freude bringen.

Ich verwende nur niedrige bis maximal 1 m hohe Tomatensorten für den Anbau im Topf. Natürlich können auch normal hohe Cocktailtomaten oder mittelgroßfruchtige Sorten in Töpfe gesetzt werden. Allerdings sollten hohe Pflanzen windgeschützt stehen, bzw. hochgebunden werden damit die Kübel nicht umsfallen.

Eine Auswahl meiner bisher angebauten Topftomaten finden Sie unter meiner Seite www.tomatenfinden.de.
Für ganz kleine Pflanzgefäße wie Balkonkästen sind die nur 20 -30 cm hohen Zwergtomaten ideal.

Wenn Sie folgende Punkte bei Ihrem Tomatentopfgärtnern berücksichtigen werden Sie lange Freude an Ihren Pflanzen haben:

- Passende Gefäßgröße
- Gute Erde
- Pflanzen stützen
- Regelmäßgig wässern und düngen
- wenig Ausgeizen

Passende Gefäßgröße
Ich verwende für meine Pflanzen mindestens 10 - 25 l große Gefäße. Diese Größe ist wichtig damit sich die Pflanzen gut entwickeln können und die Erde ausreichen Wasser, Nährstoffe aber auch Wurzelraum zur Standfestigkeit der Pflanze bieten kann.
Niedrige Cocktailtomaten oder meine sogenannten Zwergtomaten bis 30 cm Wuchshöhe begnügen sich auch schon einmal mit 3 -10 l großen Gefäßen. Höhere Pflanzen und solche die mindestens mittelgroße Früchte bilden, sollten mindestens 10 -15 l Wurzelraum zur Verfügung haben.
Noch etwas praktisches: Je schwerer der Topf ist desto weniger wird die Pflanze bei Wind umfallen.
Ich setze immer nur eine Pflanze je Topf. Als Beipflanzen nehme ich bei mindestens 20 l großen Gefäße schachzehrende Pflanzen wie Basilikum, Lemontagetes oder einen kleinen Salat. Ausnahmen bilden lange Balkonkästen oder sehr große Kübel. In einem 70 l großen rechteckigen Mörtelkübel setze ich maximal zwei hohe Tomaten und ein bis zwei Kräuter.

Gute Erde
Ich verwende Erde mit ausreichend Wasserspeichervermögen (z.B. durch Tonanteile oder Perlite) und einer Langzeitdüngung. In der Regel reicht eine gute Balkonpflanzenerde aus. Was einen anspruchvollen Sommerflor wie Geranien, Petunien über Monate blühen lässt bringt auch Tomaten zu einer guten Ernte.


Pflanzen stützen
Direkt nach dem Einpflanzen stecke ich 40 -70 cm lange Bambusstäbe in den Topf. Es gibt inzwischen auch schon nur 70 cm lange Spiraltäbe, die gut für Topftomaten von 50 - 80 cm Wuchshöhe geeignet sind. Da es sich bei Topftomaten eher um buschig wachsende Pflanzen handelt stecke ich 2-4 Stäbe in den Topf und binde die Triebe im Laufe der Vegetationsperiode locker mit umhüllten Pflanzendraht an.  Die Triebe von bis zu 30 cm hohen Cocktailtomaten lasse ich einfach frei stehen.


Regelmäßgig wässern und düngen
Topftomaten sind aufgrund ihres begrenzten Wurzelraumes stärker auf unsere regelmäßige Pflege angewiesen. Ich gieße meine Topftomaten einmal täglich. Wie bei den Freilandpflanzen gieße ich nur die Erde. Ein Benetzen mit Wasser mögen die Tomaten nicht. Bei sehr starker Sommerhitze oder windigem Wetter muss ich zweimal täglich gießen. Bei kühler Witterung unter 20 °C brauche ich oft nur alle 2 - 3 Tage wässern. Unter jedem Topf habe ich einen flachen Untersetzer, der oft mit 3 - 5 mml Wasser gefüllt ist und im Umfang 3 -5 cm breiter als der Pflanztopf ist.  Dadurch entsteht für die Pflanzen eine angenehme Luftfeuchtigkeit. Die Pflanze darf natürlich nicht zentimeter tief im Wasser stehen. Es besteht die Gefahr durch Staunässe. Die meisten Töpfe haben am Boden einen kurzen Rand.   Oft habe ich bei meinen Topftomaten eine große Regentonne stehen um die Pflanzen mit angewärmten Wasser zu gießen.
Vier bis sechs Wochen nach dem Pflanzen dünge ich meiner Pflanzen mit einem flüssigen Mehrnährstoffdünger in einer 2 -3 % Lösung im Abstand von 2 -3 Wochen. Ich verwende oft Melasse oder ganz normalen, handelsüblichen Blumenflüssigdünger.  Ich dünge grundsätzlich nur Pflanzen mit feuchten Wurzelballen damit keine Versalzungsschäden entstehen.

Wenig Ausgeizen
Die mangelnde Höhe machen die buschigen Topftomaten durch mehr Triebe wett. Inzwischen geiße ich meine bis zu 50 cm Topftomaten gar nicht mehr und die anderen nur noch sehr wenig aus. Ich lasse je Pflanze 3 -6 Triebe stehen und achte beim Ausstellen darauf das sich die Blätter der unterschiedlichen Pflanzen nur wenig berühren. Ein luftiger Standort ist für die Pflanzen zur Nährstoffaufnahme wichtig. Zu dicht stehende Pflanzen können schnell die Fruchtendfäule bekommen. Stickige Luft durch engen Stand lässt die Pflanzen kaum Wasser verdunsten. Erst durch den Sog der Verdunstung kann die Pflanze mit dem angesaugten Wasser die darin enthaltenden Nährstoffe aufnehmen. Zu dicht stehende Pflanzen trocknen außerdem nach Regengüssen kaum ab und dadurch können die Pflanzen leichter Krankheiten wie die Braunfäule bekommen.