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Keimproben Ende März 2017

Eckinfos zu den Keimproben:

Von Ende März bis Anfang April 2017 führte ich Keimproben meines Versandsaatgutbestandes aus. Zum Thema späte oder mangelhafte Keimung erreichten mehr Anfragen als üblich. Da ich seit 2000 immer schon eigenes Saatgut mit guten Erfolg für meine Jungpflanzen verwende und ebenso viele gute Rückmeldungen von meinen Kunden bekam wollte ich der Sache auf den Grund gehen. 2016 hatte ich meine Verpackung auf lebensmittelechte Natronpapriertüten umgestellt und wollte auch da in Bezug auf die Keimfähigkeit sichergehen:

Je eine Versandpackung säte ich in einem 9 cm Topf mit normal gedüngter Blumenerde. Das Saatgut hatte ich teilweise mit mehreren Milimetern Erde wieder zu dicht abgedeckt. Ich bin zu ungeduldig. Anfangs standen die Platten halbschattig im unbeheizten Foliengewächshaus und bekamen aus Zeitmangel ein paar kalte aber frostfreie Nächte ab. Erst einige Tage später stellte ich sie in die ca. 20°C warme Kinderstube. Es waren keine perfekten Keimbedingungen.

Das Ergebnis vorweg: Die Keimung erfolgte wie schon in 2016 sehr anfangs sehr zögerlich aber doch innerhalb von 4 Wochen mehr als vollständig. Warme Außentemperaturen beschleunigen den Keimvorgang. Der April 2017 war sehr kalt und brachte viele Frostnächte. Die Samen ruhten und wer schon gekeimt hatte stagnierte im Wachstum bis Anfang Mai. Erst als im Mai die Temperaturen anstiegen und es auch endlich regnete explodierten die Pflanzen im Wachstum. Von vielen Sorten waren über 25 – 30 Pflanzen im topf, obwohl ich die Menge mit 12 -20 Korn je Portion im Shop angebe.

Nach drei Wochen fotografierte ich die Keimproben und stellte sie in den unbeheitzten Frühbeetkasten. Wiederum erfroren einige Jungpflanzen während der kalte Nächte Ende April. Interessant war das einige Sorten die Kälte besser vertrugen als andere. Ich ließ die Töpfe aus Zeitmangel einfach bis Ende Mai im Kasten stehen und sah das sich noch viele Nachzügler in den Töpfen entwickelten und ebenso das sich viele Pflanzen regenerierten. Einige dieser 10 cm kleinen Winzlinge habe ich aus Experimentierlust in den Garten gesetzt. Sie holten im Wachstum rasch auf, manche taten es erst nach einer zweiwöchigen Stagnation. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Sorten Ende Juni nur 2 Wochen in ihrer Entwicklung in meinem Garten zurück.

Diese Aufnahmen zeigen einen Eindruck nach den ersten drei Wochen.  Viele Pflanzen keimten noch üppig nach, so das ich einen Topf 25 bis sogar 30 Keimlinge per Saatguttüte hatte. Meine Portionen gebe ich mit 12 -20 Korn an. Anfang Mai waren die meisten Töpfe randvoll mit den Pflanzen. Von den Blindgängern mit wenig Erfolg mache ich noch einmal Keimproben um hektische Aussaatfehler zu vermeiden. Bereits diese Aufnahmen zeigen das mein Saatgut überwiegend gut keimt.

Viele Keimverzögerungen haben definitiv mit der Kälte zu tun. Ich mische die Erde meiner Aussaatgefäße unter meine Erde für die Sommerkulturen und oft gehen im Mai noch viele Spätzügler von Gurken, Zucchini, Paprika, Tomaten auf...
Leider hatte ich in der Frühjahrshektik nicht alle Saatgutproben fotografiert und auch keine weiteren Aufnahmen mehr gemacht. Das war schlecht für mich.
Insbesondere die Paprika und Chili kamen im Mai gut nach und auch die Auberginen. Gurken haben sich in dem Jahr ohnehin sehr gut entwickelt. Alleine vom schärfefreien Chili `Riot`habe ich etwa 30 Pflänzchen. Der `Tscheschische frühe Paprika` ging im Vergleich zu meinem Archivsaatgut nach drei Wochen gut auf und bereits Anfang Juli tragen die jetzt 30 cm hohen Pflanzen ca. 10 cm lange Früchte im Freiland!

Meine Ernte von Tomaten und Auberginen wird 2017 zur dritten Juliwoche beginnen. Das sind 1 -2 Wochen später als in warmen Jahren. Bei mir im Garten, vor allem im Gewächshaus, ist immer alles etwas später, da ich nach der Verkaufsaison erst mal wieder meinen Garten pflanzfertig richten muss.

Mehr zur zögerlichen Pflanzenentwicklung der letzten 2 Jahre lesen Sie hier nach: http://www.lilatomate.de/tomatologie-1-anbau/aussaat-und-jungpflanzenanzucht/jungpflanzenanzucht-2017/

http://www.lilatomate.de/tomatologie-1-anbau/aussaat-und-jungpflanzenanzucht/keimverhalten-von-tomatensamen-laesst-oft-auf-die-ernte-schliessen/

 

Sortenbeobachtungen Keimung und Jungpflanzenwachstum 2017

Alaska
keimte schnell und regelmäßig. Von einer Saatgutportion bekam ich etwa 25 Pflanzen, die zügig weiterwuchsen. 3 von ihnen habe ich im Freiland stehen.

42 Days
zeigte nach drei Wochen wenig Aktivität. Mitte Mai hatte ich in diesen Topf ca. 10 Jungpflanzen, von denen ich zwei als Mutterpflanzen im Topf ziehe.

Ananastomate, gelb

Bereits nach 3 Wochen zeigten sich 16 Pflanzen. 3-4 Nachzügler kamen noch. Als Jungpflanze war die Sorte sehr kälteempfindlich. Im Frühbeetkasten erfroren die größeren Pflanzen. Für eine gute Jungpflanzenentwicklung braucht diese Sorte wie viele andere großfruchtige Tomaten viel Wärme. Die Jungpflanzen an sich sind sehr stämmig und regelmäßig – eben wunderschöne Pflanzen zur Verkaufszeit.

Drei Käse hoch
...ist immer recht schnell. Die Keimung war etwas unregelmäßig aber gut. Hier waren nach drei Wochen schon über 15 Pflanzen aktiv. Ihr Jungpflanzenwachstum ist im Vergleich zur endgültigen Wuchshöhe von gerade einmal 40 cm sehr schnell. Sie gehört eher zu den robusteren Jungpflanzen. Sehr angenehm. Doch ich muss die Pflanzen schnell vereinzeln.

Amore Cerise
...überraschte mich mit einer sehr regelmäßigen Keimung. Die Jungpflanzen entwickelten sich gleichförmig und schön. Im Wuchs sind sie etwas langsamer als andere Cocktailtomaten. Später gleicht es sich wieder gut aus.

Angora Supersweet
Schnelle unregelmäßige aber sehr gute Keimung. Doch nach drei Wochen waren schon über 18 Pflanzen gekeimt. Die Sorte braucht Wärme.

Argentinische Wildtomate

Die Argentinische Wildtomate keimte sehr unregelmäßig. Als Wildtomate beherrscht diese Sorte die Risikostreuung noch ganz gut. Ende Mai war der Topf mit ca. 30 Pflanzen mehr als voll. Die Jungpflanzenentwicklung ist normalerweise schnell und wüchsig. 2017 stagnierten diese Pflanzen wie viele andere Sorten auch. Ausgepflanzt im Topft entwickelt sich diese Sorte 2017 sehr schnell und es sind schon jetzt etliche Rispen mit grünen Früchten zu sehen.

Auriga
… keimt schnell und regelmäßig. Die Jungpflanzen wachsen gleichförmig und stabil. Nicht umsonst gehört sie zu meinen Lieblingssorten. Der angenehme, gerade, stämmige Wuchs setzt sich im Freiland mit relativ wenig Geiztrieben fort.

Berkely Tie Dye Heart

Diese wärmebedürftige Sorte war eine absolute Mimose. Mitte Mai hatte ich dann doch 3 -4 Pflänzchen. Hier werde ich noch mal eine Keimprobe machen. 1 Pflanze steht bei mir im Folienhaus und ist Ende Juni eine 1 m hohe stämmige Tomatendiva mit bereits ersten 3 cm großen grünen Früchten.

Berkely Tie Dye Pink (kein Bild vorhanden, Topf wurde nicht fotografiert)

Hier war das Keimergebnis deutlich besser als bei ihrer braunen Verwandten. Die Keimung war unregelmäßig aber es waren über 12 Pflanzen. Berkely Tie Dye Pink entwickelt schöne stämmige Jungpflanzen und braucht Wärme. Auch hier habe ich eine Pflanze ins Gewächshaus gesetzt und auch diese ist jetzt schon fast 1m hoch, 2-3 cm im Stamm dick und trägt ebenso etwa 3 cm große, noch grüne Früchte.

Berner Rosen
2017 ungewöhnlich unregelmäßige aber gute Keimung. Schnelle und stämmige Jungpflanzentwicklung.
Fortsetzung  mit extra Bildern zu den Sorten folgt....