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Die Bilder habe ich in der 3. Märzwoche 2017 aufgenommen. Wir hatten auch wettermäßig gute Keimbedingungen - warm + Sonnenschein.
Die gelb blauen Gloriaspritzen, natürlich frei von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, nehme ich zum schonenden Wässern. Damit die Samen bzw. Keimlinge nicht weggespült werden.

In der 3 -5 cm dicken Sandschicht liegt in 8 cm breiten Schlaufen das Heizkabel. Darüber ist Sand, als Erdung ein Drahtgeflechte und abschließend ein dunkles Gewebe.
Verbindung Sechseckgeflecht mit der Erdung. Das gelbgrüne Kabel ist mit einem Metallspieß verbunden, der bis zu 70 cm in der Erde steckt. Das schwarze Kabel (=Heizkabel) ist die Fußbodenheizung

Tomaten und andere Gemüsekeimlinge lieben Bodenwärme.

Mit einem Thermostat regele ich die Temperatur des Tisches von der Aussaat bis zur Keimung auf etwa 27 °C.
Ideale Keimtemperaturen liegen allgemein bei 25°C.
Zusätzliche heize ich das 12 qm große Gewächshaus mit 2 Heizlüftern auf minimal 12 °C. Tagsüber sind die Heizer aus. Dann sorgt die Sonne für mollige 20 - 30 °C.

Die Fußbodenheizung ist in folgenden Schichten aufgebaut:

1. Meine Holztischplatten bedecke ich mit Plastikfolie.
2. Darauf kommt eine 3 -5 cm dicke Sandschicht.
3. In die Sandschicht lege ich ein Heizkabel (Fußbodenheizung ist billiger als die extra Gartenheizkabel) in Schlaufenweite von etwa 8 cm.
4. Darüber verteile ich wieder 1 -2 cm Sand.
5. Erdung mit einem Sechseck Drahtgeflecht (=Hasendraht). Dieser Draht ist mit einem 1m langen und bis zu 70 cm tief eingegrabenen Metallspieß. Den Kleinen darf es an nichts mangeln und mögliche irritierende Strahlung wird abgehalten (Mit Elektrotechnik kenne ich mich nicht so aus - da hatte ich gute fachliche Unterstützung)
6. Abschließend lege ich festes dunkles Gewebe als Abschluss auf die Tische.


Kosten für cirka 10 qm Tischheizung:
210 €   (3 mal 70 €) für die Heizkabel (heißt Dünnbeetheizmatte)
 30 €    Hasendraht
 20 €    für Sand
 70 €    für Thermostat
 30 €    für Folien und Gewebeabdeckung (letzte geht auch billiger)

Die Artikel dürfen alle auch in Baumärkten erhältich sein. In unserer Gegend ist "Bauhaus" am nächsten. Und dda geh ich gerne stöbern...



Ergebnis:
1. Anders als die Jahre zuvor ließen sich die ersten Keimlinge schon nach 4 Tagen blicken. Nach 7 Tagen sind einzelne Sorten wie die 'Bulgarische Ochsenherz', 'Kasachstan Haefele' oder 'Drei Käse hoch' schon regelmäßig hochgekeimt und inzwischen 3- 5 cm hoch.
2. Ich freue mich über die warme Kinderstube und das die Wärme dort ist wo sie am meisten benötigt wird:
an den Fuß der Pflanzen.

 

 

Tischheizung: Erfahrungen mit einer Unterbodenheizung...

In 2017 nutzte ich zum erstenmal eine Tischheizung um meinen Samen bessere Keimbedingungen zu schaffen.Diese Tischheizung sind in eine Sandbett gelegte Heizmatten wie sie auch in normalen Fußbodenheizungen für Wohnräume verwendet werden. Mit einem secheckdrahtgeflecht („Hasengitter“) und einer Kulturmatte deckte ich das Ganze ab um eine glatte Stellfläche zu schaffen.
Ich hielt die Wärme auf dem Tisch per Thermostat konstant auf 25 °C, denn Pflanzenkeimlinge lieben Bodenwärme. Zusätzlich heizte ich das etwa 12 qm große Anzuchtgewächshaus auf mindestens 15 °C mit einem Heizgebläse. Tagsüber können sich darin selbst bei geringer Sonneneinstrahlung in dem Raum 20 bis annähernd 30°C bilden. Nachts muss ich dem Raum auf zweistellige Plusgrade halten, damit die Pflanzen keine dauerhaften Kälteschäden davontragen.

Temperaturabsenkung bei Nacht sorgt für ein gesünderes Wachstum
Bei der Tischheizung machte ich den Fehler, das ich die Temperatur nachts nicht abgesenkt hatte. Ideal wären Tagestemperaturen von 25°C und Nachttemperaturen um 18°C. Die Folge war das meine Pflanzen zu schnell in die Höhe geschossen sind. Dank der kalten Apriltemperaturen, konnte ich aber nicht alle Pflanzen rechtzeitig topfen. Ich hatte einfach mehr Arbeit mit bspw. düngen die Pflanzen in ihren Aussaatgefäßen hinzuhalten. Nächstes Jahr werde ich auf eine Nachtabsenkung der Tischheizung achten. Vorher hatte ich das Problem nicht, da sich nachts die Gewächshaustemperatur von alleine senkte. In vielen Wohnräumen haben wir die selbe Schwierigkeiten. Werden zur Jungpflanzenanzucht gleichmäßig beheizte Wohnräume genutzt hat das oft einen Geilwuchs zur Folge. „Geilwuchs“ bedeutet das die Pflanzen lange dünne, helle Triebe bilden und leicht brechen. In Wohnräumen bekommen die Pflanzen zudem zu wenig Licht. Fensterscheiben lassen im Vergleich zu speziellen Gewächshauseindeckungen zu wenig Licht durch. Ich habe die besten Erfahrungen mit hellen, mäßigwarmen Gewächshäusern gemacht. Eine langsamere aber stabilere Pflanzenentwickung ist mir lieber.

Grow! Rotlichtmileu in Grabner's Garten: NEIN. Hier habe ich nur für Fotozwecke die Beleuchtung angelassen.
Innenansicht
Die Lampen sind an Netzkabeln mit E 27 Lampenfassungen und eigenen Schaltern eingeschraubt.

Von den "Growern" indischer Genußpflanzen wurde eine sehr wertvolle Pionierarbeit in Sachen Pflanzenbeleuchtung geleistet. Dank LED technik ist der ganze Spaß auch stromsparend und kostengünstiger geworden. Diese Erfahrungen können auch für die Anzucht von lichthungrigen Gemüsepflanzen genutzt und weitere Erkenntnisse gewonnen werden.
Oft haben wir im März viele trübe Tage. Da kann meinen Liebsten etwas zusätzliches Licht nicht schaden.

Kosten:
Mit diesen Lampen experimentiere ich. Beide kosten zwischen 20 -30 € und haben nicht die laute Lüftung (+ Leistung) der Profilampen.
Lampenbespiel,
Led Streifen Beispiel.
Die Netzkabel mit Lampenfassung und Schalter kosten teilweise nur 4 -7 €.

Ergebnisse:
Da kann ich noch nicht viel sagen. Andere wie die You tuber Gartengemüsekiosk habe tolle Videos zu Ihren Erfahrungen mit Pflanzenleuchten gemacht.
Ich brauche die Pflanzenleuchten nur als Lichtunterstützung für trübe Tage. Ansonsten bevorzuge ich für die Anzucht der Pflanzen lieber das echte Sonnenlicht. "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile..." (Zitat von H.P.Dürr)
Trotz all dieser technischen Erweiterungen will ich meine Pflanzen nicht früher als nötig aussähen. Mag sein das die Keimlinge unter dem Kunstlicht stabiler werden, doch auspflanzen kann ich sie erst Mitte, Ende Mai wenn der Gartenboden warm genug ist.

Dennoch möchte ich erste Erfahrungen mit technischen Ersatzmöglichkeiten für Licht und Wärme experimentieren. Wer weiß was noch kommt. Ich beobachte zunehmend Sonnenbrand an den Tomatenfrüchten und selbst sonnenabseits können manche Früchte an heißen Tagen regelrecht verkochen. Außerdem lassen mich die schwarzen Flecken auf den Tomatenblätter (anders als Nematodenschäden) an die im Bio Lk Ozonschäden der Tabakblätter errinnern. Ozon tritt auch hier als bodennahes Gas auf.....

Dann denke ich auch an all die Menschen die in Kriegsgebieten Zuflucht in Erdbunker oder sonstige unterirdischen leben müssen und die bei den ganzen Kämpfen kaum an Landwirtschaft denken können...

Ich hoffe das bleibt alles nur ein experimentelles Spiel und nicht irgentwann bittere Notwendigkeit zu Überleben....