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Saatgutboxen Ich verwende eher die leichten Pappboxen obwohl ich die Holzkisten schöner finde. Doch Pappe ist leichter und handlicher.
Im Hintergrund ist mein Privatsaatgutarchiv, meine Pflanzenbücher und rechts der große Reisekoffer für die Saatgutmärkte zu sehen.
Das Saatgut selbst fülle ich in lebensmittelechte, etwa 7 cm große Natronpapiertüten. Die kleinen Dreieckstüten haben jetzt mal ausgedient. Die neuen Tüten sind mit meinen Netzadressen und natürlich den Sortennamen + Kurzangaben bestempelt. Nur noch wenige sind von Handbeschriftet. Beim Aussähen weiß ich die neue Tütenform sehr zu schätzen: Sie sind viel handlicher...
Din A 6 Register von a bis z helfen mir bei der Ordnung meiner vielen Sorten.
Hier ein Blick in meine Gurkenkisten.
Mein Saatgut sortiere ich nach Gattungs-, Art- und Sortennamen. Nummern für Individuen gibt es bei mir nicht...

Saatgut praktisch archivieren

Zur Zeit der Saatgutkäufe ergibt sich die Frage wie ich die ganzen Saatguttüten am besten aufbewahre und einzelne Sorten wieder finde.

Material für das eigene Saatgutarchiv:

1 Box aus Pappe oder Holz in die locker Postkarten und C 6 Briefumschläge passen

DIN A 6 Briefumschläge (am besten mit gerader Lasche)

DIN A 6 Karteikarten oder alte Postkarten

Bunte A 6 Register blanko für die Abtrennung verschiedner Gemüsearten.

A 6 Register quer von A bis Z.

Saatguttüten (z.B. 6 mal 9 cm oder größer)

Stifte mit gut lesbarer Schrift oder Stempel oder gedruckte Etiketten

Arbeitsschritte für das eigene Saatgutarchiv

1.Die Briefumschläge beschrifte ich nur mit den Sortennamen und trenne die einzelnen Sorten mit alten Postkarten oder Din A 6 Karteikarten ab.

2. Meine Sorten sortiere ich nach ihren Namen alphabetisch in die Kiste ein. Ein A 6 Register von A-Z leistet mir gute Dienste für die Übersichtlichkeit. Je nach Bestand kann ich problemlos Sorten sowie leere Kisten hinzufügen oder wieder zusammenpacken. Auf ein numerisches System verzichte ich. Für mich zählt der Name und die Qualität.

3. Ich ordne mein Saatgut nach der botanischen Gattung und Art sowie der deutschen Bezeichnung. So habe ich etwa 21 Kisten mit Tomatensaatgut, 3 mit Paprika, 3 mit Auberginen, 2 mit Chili, 3 mit Gurken etc.

4. Meine Saatgutboxen bewahre ich bei Zimmertemperatur in einem Bücherregal auf. Der Raum ist trocken und Temperaturen von 15 -20 °C. Das Saatgut von Tomaten ist ohne besondere Behandlung 5 -10 Jahre keimfähig. Ähnliches beobachte ich auch bei Chili, Auberginen, Gurken oder Paprika.

Wichtig: Ich gebe nur völlig trockenes Saatgut in mein Archiv. Feuchtes Saatgut verdirbt schneller und lockt Schädlinge an.

Eigenes Saatgutarchiv als Grundlage von lebendigen Genbanken:

Anfangs tut es eine Schachtel doch schon in wenigen Jahren aktiver Gartenfreuden verlangen die ganzen selbst geernteten, getauschten oder gekauften Gartenschätze eine durchdachtere Verwahrung. Mein Archiv von etwa 800 Gemüsesorten, davon um die 600 verschiedenen Tomaten füllt inzwischen ein zwei Meter hohes Bücherregal.
Ein gutes Samenarchiv als Grundlage für eine lebendige, freie Genbank muss einmal das Saatgut vor Schädlingen, Krankheiten, Feuchtigkeit und übermäßigen Temperaturschwankungen schützen. Außerdem lohnt sich hier eine Investion in Ordnung um die ganzen Gartenschätze wieder zu finden.
Schon seit über fünfzehn Jahren hebe ich mir mein Saatgut, getrennt nach den verschiedenen Arten und Sorten in Fotoboxen aus Pappe auf. Diese Schachteln sind leicht, passend für Postkarten und DIN A 6 Briefumschläge. Schön und und noch stabiler sind die überall in Baumärkten erhältlichen Holzkästchen. Sie passen in jedes Bücherregal
Das A6 Format finde ich für die Saatgutaufbewahrung am handlichsten.
Meine Saatguttüten für das selbst geerntete Saatgut beschrifte ich mit dem Sortennahmen, dem Monat und Jahr der Ernte. Manchmal schreibe ich noch ein paar Besonderheiten der Sorte dazu.
Früher habe ich mir meine Saatguttüten selbst aus quadratischen Notizzetteln gefaltet. Jetzt sind es 6 cm breite und etwa 10 cm lange, naturbraune Natronpapiertüten. Sie haben eine hübsche Optik und sind sogar für das Verpacken von Lebensmitteln geeignet. Ihre Oberfläche lässt sich leicht mit den wichtigsten Infos beschriften bzw. bestempeln.
Viele verwenden für ihre Saatgutverpackung die sehr kostengünstigen Druckverschlussbeutel aus Plastik. Durch die klare Folie ist die Menge und Qualität des Saatgutes schön sichtbar. Ich finde aber die Papiertüten viel handlicher beim Abfüllen der Samen und Beschriften. Außerdem möchte ich dem Saatgut, keine direkte Umgebung aus Kunststoff zumuten. Jedes keimfähige Samenkorn ist bereits eine lebendige Pflanzen. Samen haben zwar sehr reduzierte Lebensvorgänge, doch auch sie atmen. Bei starken Temperaturunterschieden kann sich in den Plastiktütchen Feuchtigkeit bilden, die kann bei Saatgut zum Schimmelbefall führen. Beim Papier findet mehr Luftaustausch statt.
Ich lagere mein Saatgut bei Zimmertemperatur zwischen 15 bis 22°C. Dort ist es nach meinen Erfahrungen 5 -10 Jahre keimfähig. Oft auch länger. Regelmäßig überprüfe ich mein Saatgut auf Schädlinge und durch die alljährliche Jungpflanzenanzucht teste ich automatisch die Keimfähigkeit und Keimdauer meiner Ernten.
Die Haltbarbarkeit der Samen ist auch sehr stark von der geernteten Qualität und der sachgemäßen Trocknung abhängig. (siehe: Saatgut zur passenden Zeit ernten und richtig trocken).
Nichts ist hier schöner als den ganzen Saatgutschätzen einen geeigneten und praktischen Ort zur Aufbewahrung zu geben.