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Schnecken lassen sich junge Tomatenpflanzen schmecken und unter ungünstigen Umständen fressen sie sich in die Tomatenfrüchte und höhlen dieses regelrecht aus. Das nervt aber dank meines großen Gartens bin ich immer noch entspannt und kriege genug Früchte ab.

Halbwegs wirkungsvolle Maßnahmen gegen Schnecken:

  • Tomatenbeete frei von Unterwuchs halten ( - ja die fein gehäckelten Beete sind nicht so aktraktiv für Schnecken.)
  • Tomaten nicht zu arg düngen (überdüngte Pflanzen haben weiches, gut für Schnecken verdauliche Blätter)
  • Indische Laufenten halten (wer Zeit und Muße hat: Die Tiere brauchen ein Wasserbecken, ein Haus und ein umzäuntes Gartenstück.)
  • nützlingsschonendes Schneckenkorn....am Anfang der Saison gegen Ende Februar, März streuen. Doch Schneckenkorn verwende ich nicht mehr.
  • Ich mag im Garten einfach nicht mehr soviel kämpfen. Außerdem ist Schneckenschleim gut für das Bodenleben.

 

 

 

Inzwischen mag ich weder Schneckenkorn streuen noch Schnecken schädigende Nematoden gießen. Beides kann ungute Auswirkungen auf das Ökosystem im Garten haben. Wer damit nicht so viele Skrupel hat wie ich heute ließt meine Empfehlungen vor 10 Jahren am Textende.*

Ökologisch völlig unbedenkliche Gegenmaßnahmen sind die Errichtung eines Schneckenzaunes oder  die Förderung von schneckenfressenden Nützlingen. Ein Schneckenzaun muss mindestens zehn Zentimeter unter und über der Erde gebaut, lückenlos, im oberen Teil um 45 Grad gebogen und frei von Pflanzenbewuchs sein. Anhand von Bierfallen lässt sich der Bestand von Schnecken gut kontrollieren. Doch die Entsorgung ist eklig. Unter Brettern sammeln sich die Schleimer auch an. Schneckenfressende Nützlinge wie Igel oder Amphibien können durch Unterschlüpfe wie Totholz- , Laub- oder Steinhaufen angelockt werden.  Indische Laufenten sind gute Schneckenvertilger. Sie brauchen einen einfachen Unterstand und vor allem viel Wasser, damit sie an den Schnecken  nicht ersticken. Im Ziergarten erzielen mindestens fünf Zentimeter dicke Lagen aus rauen Mulchmaterialen wie Holzhäcksel oder Rinde eine gewisse abwehrende Wirkung. In dem häufig bearbeiteten Nutzgarten ist Mulch allerdings zu arbeitsaufwändig oder auch einfach unpraktisch.
Fein gehäckelte Beete sind übrigens nicht schneckenfreundlich. Ich habe inzwischen unter meinen Tomaten kaum noch Pflanzen stehen. An den Rändern blühen nach wie vor Sommerblumen.

 

* Mein Text 2008 "Auch wenn die Schäden der Schnecken noch nicht all zu offensichtlich sind, sollte bereits jetzt Gegenmaßnahmen durchgeführt werden. Die einfachste  und effektivste Maßnahme ist das mäßige aber breitflächige Ausstreuen von Nützlings schonenden Schneckenkorn. Noch sind die gefräßigen Schleimer sehr klein. Dadurch kann das Gift des Schneckenkornes gut wirken.
Schnecken halten sich bevorzugt unter Steinen, an Bewässerungsschläuchen, unter Trittbrettern,  in niedrigen Folientunneln, unter frischen Mulch wie Rasenschnitt und feuchten  Plätzen auf. Frühbeete sollten vor dem Einräumen mit Jungpflanzen in Töpfe damit ausgestreut werden,  da das Granulat bei zuviel Nässe schimmeln und die Pflanzen beeinträchtigen kann.
Eine Alternative zum Schneckenkorn ist der Einsatz von parasitären Nematoden. Die mikroskopisch kleinen Nematoden der Gattung  Phasmarhabditis hermaphrodita,  werden bei Bodentemperaturen über fünf Grad Celsius mittels gießen ausgebracht. Die Tiere dringen über eine natürliche Öffnung im Rückenmantel der Schnecken ein und scheiden ein Bakterium aus, das letzten Endes die Schädlinge umbringt.  Die befallenen Schnecken schwellen an ihrer Oberseite blasenartig an, stoppen ihre Fraßtätigkeit nach drei Tagen und sterben nach sieben bis zehn Tagen. Wichtig ist es, die Nematoden bei bedeckten Wetter auszubringen und den Boden für ein paar Wochen feucht zu halten, da die Nützlinge sich nur im Wasser fortbewegen können. Die Anwendung ist von April bis Anfang Juni am sinnvollsten, da die Phasmarhabditis Nematoden am besten bei jungen Schnecken wirken. Zum Beispiel können ausgewachsene Wegschnecken nur zu einem Drittel dezimiert werden. Da diese Nematodengattung für Wasserorganismen schädlich ist, dürfen sie nicht in der Nähe von Gewässern ausgebracht werden.  Für Menschen, Pflanzen und Wirbeltiere sind sie jedoch unschädlich. "
Nachsatz 2016: Ich hatte es ein zwei mal ausgebracht und dann für ein paar Monate wirklich weniger Schnecken doch im Lauf meiner Gärtnerzeit werde ich zunehmend Vorsichtiger mit der Ausbringung von Fremdorganismen. Doch heute akzeptiere ich die Schnecken. Mein Garten ist groß und ich halte das was am besten wächst.