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Braunfäule
Braunfäule
Braunfäule
Braunfäule
Braunfäule
Braunfäule
zur dichter Stand
zur dichter Stand
Ausreichender Pflanzabstand
Richtig: Ausreichender Pflanzabstand

Maßnahmen gegen Braunfäule und andere Tomatenunbillen....

 

In Kürze:

 

Vorbeugung gegen Braunfäule und andere Pilzkrankheiten:

 

1.   Weiter Pflanzabstand: 70 cm in den Reihen, 1 m zwischen den Reihen.

 

2.   Achten Sie bereits beim Auspflanzen auf ein stabiles Pflanzgerüst. Steht eine Pflanze stabil senkrecht, werden nur die unteren 40 cm von Spritzwasser benetzt.  Ein einzelner Spiralstab neigt sich mit einer vollbehangenen Tomatenpflanze spätestens Anfang August zu Boden und ist jetzt nur mit viel Aufwand aufzustützen. Spiralstäbe reichen als Stütze allein nicht aus. Daher habe ich seit 2015 passend zur Pfalz einen Tomatenweinberg.

 

3.   Weniger Stickstoffdüngung. 4 – 5 l Kompost bzw. 100 -150 g eines organischen Mehrnährstoffdüngers je qm reichen als Grundversorgung aus. Zuviel Stickstoff bewirkt aufgedunsenes, schwammiges Blackwerk, das krankheitsanfällig ist. Außerdem reifen die Früchte 2 -3 Wochen später.

 

4.   Tomatendach als Regenschutz.  Ein stabiles Gestell mit offenen Seiten und einem Dach aus lichtdurchlässiger, wetterfester PE-Folie schützt die Pflanze vor Regengüssen. Das Laub bleibt trocken und Pilzsporen keimen hier nur schwer aus.  Außerdem platzen die Früchte weniger stark auf. Im Gegensatz zum Gewächshaus schmecken manche historische Tomatensorten aromatischer.

 

5.   Probieren geht über studieren. Verwenden Sie eine Vielfalt an samenfesten Tomatensorten und gewinnen Sie von den Früchten der robustesten Pflanzen ihr eigenes Saatgut. Cocktailtomaten, längliche und mittelgroße Tomaten sind oft am robustesten. Fleisch und Ochsenherztomaten sind empfindlich.

 

Etwas Ausführlicher:

 

Mit der schwülfeuchten Sommerwitterung steigt die Gefahr das Freilandtomaten verstärkt von Braunfäule angefallen werden.

 

Ist der Pilz erst einmal da lässt sich die Krankheit wenn überhaupt nur noch mühsam stoppen: Befallene Blätter, Früchte entfernen  und wer es denn will die Pflanzen mit einem Fungizid spritzen.

Doch letzteres mache ich schon seit Jahren nicht mehr. Wenn ich mit Spritzen anfange, kann ich mir gleich die Tomaten im Supermarkt kaufen – will ich nicht.

 

Besser ist es jetzt die Ursachen spätestens für die nächste Tomatensaison zu beheben:

 

1. Zur geringer Pflanzabstand.  Immer wieder sehe ich viel zu dicht gepflanzte Tomaten. Da stehen auf einen laufenden Meter bis zu 3 Pflanzen gedrängt. Die Blätter bilden einen dichten Tomatendschungel, trocknen schwer ab, bieten Pilzsporen ein angenehm feuchtes Klima zu keimen und gedeihen prächtig.... Zum Keimen der Braunfäulesporen sind 8 Stunden Blattfeuchte und Temperaturen ab 20 °C ideal.
Abgesehen davon macht es keinen Spaß zwischen den eng stehenden Pflanzen Pflegearbeiten durchzuführen und Früchte zu ernten.
Der optimale Pflanzabstand beträgt 70 cm in der Reihe und 1 m zwischen den Reihen. Stellen Sie sich im Mai zur Pflanzzeit Ihre noch kleinen, zierlichen Tomatenpflänzchen als prächtige, voluminöse, ca. 70 cm umfassende Julidiven vor – Sie pflanzen automatisch im richtigem Abstand! Selbst jetzt im August zur Erntezeit sollte sich das Tomatenlaub zweier Pflanzen nicht berühren. Nur so können die Pflanzen nach Regegüssen oder Morgentau rasch abtrocknen.

 

2. Achten Sie bereits beim Auspflanzen auf ein stabiles Pflanzgerüst,  das die reichtragenden Tomatenpflanzen stützt. Alle niederliegenden Pflanzenteile können mit dem Spritzwasser durch gießen oder bei Regenfällen mit Braunfäulesporen vom Gartenboden infiziert werden. Steht eine Pflanze stabil senkrecht, werden nur die unteren 40 cm von Spritzwasser benetzt.  Ein einzelner Spiralstab neigt sich mit einer vollbehangenen Tomatenpflanze spätestens Anfang August zu Boden und ist jetzt nur mit viel Aufwand aufzustützen. Eine Pflanze kann zur Haupternte locker 10 – 15 kg Früchte tragen. Daher habe ich seit 2015 passend zur Pfalz einen Tomatenweinberg.

 

 

3. Zu viel Dünger, vor allem Stickstoff. Stickstoff sorgt für ein üppiges, vegetatives Pflanzenwachstum. Die Pflanze bildet Blattmasse ohne Ende und die Fruchtreife setzt 2 -4 Wochen später ein. Die Blattmasse ist durch das viele Futter aufgebläht und krankheitsanfällig.  Schwächer gedüngte Pflanze liefern früher Früchte und verhalten sich nach meinen Erfahrungen robuster. In Jahren in denen ich es zu gut mit der Düngung meinte, kam auch die Braunfäule eher. In mageren Sandböden muss gegebenfalls 3-4 mal schwach nachgedüngt werden, da hier die Nährstoffe viel leichter ausgewaschen werden als in schwereren Böden.

 

4. Ein stabiles Regendach aus Kanthölzern und durchsichtiger, wetterfester PE Folie  schützt die Tomaten vor Regengüssen und damit wirksam vor dem Aufplatzen sowie Braunfäulebefall. Wenn allerdings im September Nebel und Morgentau als zeitige Herbstboten kommen, können die Pflanzen dennoch nass werden und lange feucht bleiben.  Morgentau kann bis zu 9 l Feuchtigkeit je Quadratmeter ausmachen.  Auch unter einem Regendach bewährt sich daher ein weiter Pflanzabstand

 

5. Sortenvielfalt nutzen. Es gibt zahlreiche, samenfeste Tomatensorten die sich bei mir im Freiland schon seit Jahren gut bewährt haben.
Gut keine Tomatensorte, weder samenfest noch ein Hybrid ist nach vier Wochen Dauerregen wie in 2014 gegen Braunfäule gefeit.
Wenn ich nur auf eine Tomatensorte setze kann ich großes Glück mit einer Riesenernte Pech mit einem Ernteausfall eben Pech haben. Pflanze ich 10 - 20 Sorten verschiedene Sorten an habe ich das Ausfallrisiko  verteilt und mehr Aussichten auf eine Ernte.
Bei samenfesten Sorten kann ich mir eigenes Saatgut aus den Früchten der robustesten Tomatensorten gewinnen und im Laufe der Jahre mir meine ganz individuellen Tomatensorten selektieren. Kein Saatgut ist besser als das aus Ihrem eigenen Garten. Das bestätigen mir immer wieder sowohl erfahrene Hobbygärtner als auch Profianbauer.