Druckversion: [ http://lilatomate.de/ ][ TOMATOLOGIE 1 Anbau ][ Tomaten pflanzen ][ Standortwechsel bei Tomaten ]


In Kürze:

Nein = wenn das Bodenleben in Ihrem Garten perfekt ist

Ja = wenn das Bodenleben in Ihrem Garten eben nicht perfekt ist und das ist in den meisten Gärten der Fall.

Tomaten als typische Starkzehrer entziehen dem Boden einseitig Nährstoffe und es siedeln sich über die Jahre tomatenspezifische Krankheiten und Schädlinge an. Der Standortwechsel ist daher auch bei Tomaten empfehlenswert.

Folgendes ist zu beachten:

-       Gute Vor- und Nachkultur sind Bohnen, sämtliche schwach zehrende Gemüsepflanzen wie Salat und Gründüngung nach der Tomatenkultur

-       In sehr kleinen Gärten oder feststehenden Gewächshäusern sollte der Boden ca. 30 -40 cm tief ausgetauscht werden. 

-       Wenn der Boden nicht ausgetauscht werden kann, sollten die Tomaten jeweils ein oder zwei Jahre in Kübeln gezogen werden, damit der Boden sich mit anderen Pflanzen (alles außer Starkzehrer) erholen kann.

-       Nur wer das Ziel eines sehr gesunden Bodenlebens als Grundvorraussetzung gesunder Pflanzen an erster Stelle setzt braucht sich mit der Frage des Standortwechsels nicht auseinandersetzen.

 

Etwas ausführlicher:

Tomaten gelten im Vergleich zu anderen Gemüsesorten wie Kohl oder Erbsen als relativ standorttreu. Sie können ohne weitere Ertragseinbußen über mehrere Jahre an Ort und Stelle stehen. Das Tomaten ausschließlich auf ihren eigenem Mist am besten gedeihen ist ein (hartnäckiges) Gerücht.

Allerdings kann der Boden durch einseitigen Nährstoffentzug durch die immer gleich bleibende Pflanzenkultur und Wurzelausscheidungen der Tomatenstauden beeinträchtigt werden.

 

Freiland

Im Freiland lasse ich meine Beete nach zwei bis drei Tomatenjahren für 1 -2 Jahre sich mit Gründüngung erholen.

Frühe hatte ich spezielle Gründüngung wie Phacelia, Gelbsenf oder Perserklee ausgesäät. Jetzt habe ich so viele schöne Einjahresblumen wie Calendula, Kornblumen, Mohn, Tagetes, Bohnenkraut und natürlich Phacelia stehen, die zeitgleich eine gute Insektenweide sind.

 

An meinem fest installierten Weinberg als Tomatenrankgerüst pflanze ich Stangenbohnen und Tomaten abwechselnd hin. Dort wo im Vorjahr Tomaten standen kommen im nächsten Jahr Bohnen hin und um gekehrt.

Kleingewächshaus, Tomatenüberdachung

Schwieriger ist der Standortwechsel bei den ziemlich immobilen Kleingewächshäusern oder Tomatenüberdachungen.  Entweder muss ich hier die Erde alle 2 Jahre austauschen. Tomaten wurzeln etwa 30 -40 cm tief in den Boden. Je nach der Größe der Tomatenpflanzfläche müssen hier etliche Schubkarren Erde bewegt werden.

 

Tomaten im Topf

Bei Tomaten in Töpfen und Kübeln wechsele ich die Erde jedes Jahr aus.  Im Gegensatz zu Pflanzen im Gartenland wird die Erde im Topf viel stärker durchwurzelt und in Anspruch genommen. Es bringt nach meiner eigenen Erfahrung nichts die gebrauchte Erde mit zusätzlichem Dünger für eine weitere Topftomatenkultur aufzuwerten.  Die anspruchsvollen Tomaten wollen lieber neue unverbrauchte Erde.

Die gebrauchte Erde kommt auf den Kompost oder flach verteilt ins Gartenland.

 

Der Königsweg: Schaffung eines gesunden Bodenlebens

Als große, doch sehr erstrebenswerte Ausnahme gilt die Schaffung eines gesunden Bodenlebens als Vorraussetzung für gesunde Pflanzen. Das ist mit besonderer Kompostwirtschaft, Bodenpflege Mulchtechnik und aufmerksamen Beobachten  in geduldiger Feinarbeit zu erreichen.

Besonders praxiserfahrene Gärtner kommen im Laufe ihrer erdverbundenen Tätigkeit auf die große Bedeutung eines gesunden Bodenlebens. Sie verwenden nur eigenen Gartenkompost, dessen Zutaten, sprich Pflanzenabfälle, nur aus dem eigenen Garten kommen und sie daher vor eingeschleppten Krankheiten relativ sicher sind.

Um den Boden vor starker Austrocknung zu schützen ist es eine Mulchschicht aus frischen Rasenschnitt oder anderen krautigen Pflanzen sinnvoll.  Wer im Garten noch viel mit Pilzkrankheiten zu kämpfen hat, lässt die Mulchschicht besser weg und harkt die oberste Bodenschicht  alle 2 -3  Tage auf.