Info zu alten Tomatensorten

 

Alte Tomatensorten sind keine typischen Massenertragspflanzen, sie bestechen eher durch ihr feines Aroma, ihre Pflanzengesundheit, ihre sortentypische Anpassung an lokale Gegebenheiten wie Klima, Boden und ihre Originalität frei von aller Gentechnik.

Einzelne Früchte einer Sorte können unterschiedliche Formen und Größen annehmen. So gibt es bspw. bei der „Gezahnten“
(Bührer Kehl) 100 g bis 860 g schwere Einzelfrüchte oder die Sorte „Black Plum“  bildet zum Ende der Saison birnenförmige, statt zwetschgen= förmige Früchte aus. Ein Grund weshalb viele, schöne Tomatenschätze im EU- Einheitsbrei genormter Früchte ausrangiert wurden.

Meine Angaben  zur Ernte beziehen sich derzeit auf Freilandtomaten ohne Regenschutz, im sonnigen, trockenen Weinbauklima Rheinhessens.

Die Pflege beschränkte sich auf drei bis viermaliges Düngen mit organischem Mehrnährstoffdünger oder/und Kompost und regelmäßiges Gießen. Erheblich verbessern lässt sich die Ernte im überdachtem Anbau (Regenschutz) und in besseren Gartenböden. Wie aus den Sortenbeschreibungen zu entnehmen ist, weist nicht jede Sorte bei ihrer Ernte eine knallrote Färbung auf. Die Früchte sind dann reif, wenn sie sich leicht eindrücken lassen.

Viele Sorten habe ich bisher nur 1-2 mal angebaut und kann daher nur eingeschränkte Angaben aus eigener Erfahrung weitergeben. Das Saatgut habe ich selbst von den Früchten (
bzw. deren Nachzucht durch mich) gewonnen oder im Tausch bezogen.

Mein Anliegen ist es, dieses faszinierendes Gemüse in seiner großen Vielfalt zu erhalten und etwas von meiner Begeisterung über die bunten Früchte an andere weiterzugeben.



Wichtig:

Ich betreibe keinen handelsmäßigen Verkauf mit dem Saatgut alter Nutzpflanzen!
Laut Saatgutverkehrsgesetz ist der Handel mit nicht zu  gelassenen Sorten verboten. Nicht verboten ist der Tausch, private, hobbymäßige Anbau.
Mein Anliegen, auch als Mitglied des „Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“ (VEN) ist es, Ihnen die natürliche, faszinierende Vielfalt unserer (Nutz-) pflanzen näher zu bringen und  auf die zunehmende Verarmung unserer (Ess) –kultur aufmerksam zu machen. Gerne biete ich Ihnen mein Saatgut und  Pflanzen in kleinen Mengen zum Tausch oder gegen Erstattung der Selbstkosten an. Tips zur Kultur der Pflanzen gibt es von mir gratis dazu. Gleichzeitig bin ich auf der Suche nach weiteren Sorten, nach weiterführender Literatur und Erfahrungen von Anbauern alter Nutzpflanzensorten in Feld und Garten. Ich freue mich über jeden Kontakt und Austausch mit Gleichgesinnten, Tomaten- und Pflanzenbegeisterten, die sich nicht mit wenigen, namenlosen Supermarktsorten zufrieden geben, wenn allein von Tomaten über 10.000 verschiede Spielarten gibt.

Saatgutabgabe:
Alte Gemüseschätze sende ich Ihnen in kleinen Mengen, maximal 2 Portionen je Bestellung, zu. Da ich nicht jedes Jahr alle Sorten anbauen kann, muss ich hin und wieder auf ältere Jahrgänge zurückgreifen. Tomatensamen sind 7-20 Jahre keimfähig. Bisher habe ich nur gute Ergebnisse
mit drei-, vierjährigen und älterem Saatgut gemacht. Für den Versand biete ich nur frisches bis Zwei Jahre altes Saatgut an. Älteres Saatgut wird in größeren Portionen nach Absprache geliefert.
Siehe Saatgutliste 2010 und Bestellungen

Gemüsejungpflanzen:
Biete ich auf verschiedenen Märkten (siehe Termine) in der Pfalz von April bis Mai an.Zusätzlich verkaufe ich Gemüsejungpflanzen vom 16.04 bis 12.05.2010 Mi und Fr von 18.00 -19.00 Uhr ab Hof.
Melanie Grabner
Goethestraße 9
67459 Böhl-Iggelheim. Ortsteil Böhl




Häufige Tomatenkrankheiten und Gegenmaßnahmen


Die gefürchtete Braunfäule führt innerhalb weniger Tagen zum völligen Absterben der Pflanze. Um dieser Pilzkrankheit entgegenzuwirken sollte das Laub beim Bewässern möglichst trocken bleiben. Die Pflanzen sollten genügend Abstand (80cm bis 1m) haben und luftig stehen, damit evtl. nasses Laub wieder schnell abtrocknen kann. Eine provisorische Überdachung als Regenschutz wirkt sehr positiv auf die Pflanzengesundheit aus.


Endstadium Braunfäule
Braunfäule

 

Erste Symptome der Braunfäule bei trockenem Wetter

Gerollte Blätter durch zu hohe Stickstoffdüngung oder als Vorzeichen von Braunfäule


Fruchtendfäule

 

Fruchtendfäule
Die Früchte weisen am Blütenansatz einen dunkelbraunen, wässrigen Fleck auf, ähnlich wie bei der Stippigkeit von Äpfeln. Wenige Tage später ist das Gewebe eingetrocknet und verhärtet. Dieses Krankheitssymptom wird häufig an festfleischigen Tomaten wie Gezahnte und Andenhorn beobachtet. Die jungen Blätter der Pflanze sind deformiert und bleiben im Wuchs zurück. Verursacht wird dieses Schadbild durch eine mangelnde Kalziumaufnahme der Pflanze, auch wenn von diesem Nährstoff genügend im Boden ist. Um der Mangelerkrankung entgegenzuwirken, sollte man auf eine ausgeglichene Nährstoffversorgung im Boden achten (Ein Überangebot von Nährstoffen wie Kalium und Magnesium behindern die Kalziumaufnahme), und die Pflanzen regelmäßig gießen, da die Nährstoffaufnahme in der Pflanze von ihrer Wasserzufuhr abhängig ist.
 

 

Zu geringer Fruchtansatz
Hierfür gibt es mehrere Gründe, die hauptsächlich auf ungünstige Standortverhältnisse und ungenügende Pflege zurückzuführen sind.
Bormangel führt zu vertrockneten Blüten und damit auch zu weniger Früchten. Eine zu hohe Stickstoffversorgung kann auch bei Tomaten zu weniger Fruchtansatz führen. Stickstoff ist für das vegetative Wachstum zur Bildung der Blattmasse wichtig. Eine Überversorgung begünstigt zudem die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Tomaten sind Selbstbefruchter, durch ein leichtes Schütteln wird der Bestäubungsmechanismus der Blüten ausgelöst.
 


Grünkragen
Die reifen Früchte zeigen im Stilbereich eine oder mehrere  nicht ausgefärbte grüne oder gelbe Zonen. Das Fruchtfleisch ist an diesen Stellen härter. Dieses Symptom ist sortenspezifisch bedingt und kann durch eine starke Besonnung der Früchte oder zu hohe Stickstoffversorgung begünstigt werden. Zahlreiche Sorten wie Black Plum, Robson Angolan, De Bareo weisen ebenfalls einen Grünkragen auf ohne verhärtetes Fruchtfleisch und können bedenkenlos verzehrt werden.
 



Virusbefall Tomatenmosaik- Virus, Gurkenmosaik- Virus, Tabakmosaikvirus, Kartoffel-Y-Virus
Übertragen wird der Schaderreger durch Läuse und mechanische Verletzungen, virusbefallenen Saatgut. Die Blätter sind mosaikartig hell- und dunkelgrün verfärbt und die Pflanze ist im Wuchs sehr gestaucht. Beim Gurkenmosaikvirus sind die Blätter zusätzlich nur noch fadenförmig ausgebildet. Kranke Pflanzen müssen vernichtet werden, da sie nicht behandelbar sind. Oft sind an einem Schadbild mehrere Virenstämme beteiligt. Vorbeugende Maßnahmen sind die Verwendung von gesundem Saatgut und rigoroser Bekämpfung stechender und saugender Insekten, wie Läuse, Zikaden vor allem in Nähe von großflächigen Tabak- oder Gurkenanbau.
 

 

Welkekrankheiten
Hier sind meistens verschiedene Bakterien die Ursache für ein Welken der Blätter an den Triebspitzen (Verticillium-Welke) oder der ganzen Pflanze und braun verfärbten Gefäßen  (Fusarium-Welke). Befallene Pflanzen müssen vernichtet werden, da auch hier keine Gegenmaßnahmen mehr möglich sind. (ohne Bild)
 


Fruchtrisse
Durch unregelmäßige Wasserzufuhr.